Wie guter Schlaf unsere Gesundheit beeinflusst.


Stress haben wir alle, jeden Tag, egal, ob wir berufstätig sind oder eine Familie zu versorgen haben. Ca. 66 % der Deutschen haben Schlafstörungen, laut einer Studie der DAK. 80 % der Arbeitnehmer*innen klagen über schlechten Schlaf. Nach dem Lockdown schlief jeder 10 Menschen 2020 Pandemie-bedingt schlechter, im März 2021 waren es schon jeder 5.

Viele sahen sich durch die Pandemie gestresst. Da die Schlafqualität stark mit der wahrgenommenen Belastung zusammenhängt, ist bei Schlafmedizinern bekannt. Das große Risiko für psychische Belastungsreaktionen brachte vielen schlaflose Nächte. Aber auch in normalen Zeiten, sind Sorgen um die Familie, finanzielle Nöte, die Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren und die Doppelbelastung von Familie, Homeoffice und Kinderbetreuung, unsichere Zeiten, das politische Weltgeschehen entscheidend für einen ruhigen Schlaf. Wer also mehr als einen Monat mindestens an drei Tagen nicht gut schläft, wer nachts länger als eine halbe Stunde wach liegt oder in den frühen Morgenstunden erwacht und nicht mehr einschlafen kann, hat Schlafstörungen, die in die Hände eines Schlafmediziners gehören. Gerade morgens zwischen drei und fünf ist für viele eine Zeit aufzuwachen und sich im Bett zu wälzen, denn zu dieser Zeit wird Cortisol ausgeschüttet, der Gegner zum schlaffördernden Melantonin.

Wer nicht gut schläft wird krank, sagt Prof. Dr. Ingo Fietze, der Schlafpapst an der Charité in Berlin. Sind es mehr als fünf Jahre, steigt die Wahrscheinlichkeit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Er rät zur Schlafhygiene mit immer der gleichen Schlafzeit, einem kühlen Schlafzimmer(18 Grad), abends keine aufregenden Filme oder Serien zu sehen, mindestens 3 Stunden zwischen Mahlzeiten und Schlafzeit zu lassen, das Smartphone 2 Stunden vor dem Schlaf wegzulegen und auf Alkohol und Kaffee zu verzichten. Eine geräuscharme Umgebung, kein Homeoffice im Schlafzimmer und keine aufregende Literatur. Es gibt drei Müdigkeitsfenster, die liegen normalerweise zwischen 9 und 10, zwischen 12 und 14 und zwischen 16 und 18 Uhr, auch die müssen beachtet werden. Das Müdigkeitsfenster ist immer individuell. Die muss man in die tägliche Routine einbinden und manchmal auch, wenn die Nacht wieder zu kurz war, einen Powernap mittags durchführen.

Gibt es denn den idealen Schlaf?

Ja, ideal ist es, sich zwischen 22 und 23 Uhr hinzulegen und zwischen 6 und 7 aufzustehen. 7,5 bis acht Stunden lang mit circa 1/7 Tiefschlaf, 1/5 Traum und weniger als fünf Prozent oberflächlichem Schlaf ist ideal. Von Hormonen, über Biologie bis zu den Uhren-Genen – wir wissen fast alles. Schlaf ist gut erforscht. Aber wir müssen das Wissen endlich umsetzen. Und wir müssen mehr ins Schlaflabor.

Lang anhaltende Schlafstörungen sowie Schnarchen oder Apnoe gehören immer in die Hände von erfahrenen Medizinern. Auch die Auswahl von den geeigneten Schlafmitteln gehört in die Hände von Medizinern

Empfohlene Literatur: Prof. Dr. Ingo Fietze: Die übermüdete Gesellschaft




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