Das Serendipity Mindset - Formel für Erfolg

Viele erfolgreiche Menschen nach ihrer Erfolgsformel gefragt, antworten bescheiden: „Ich hatte Glück.“ Es sind die scheinbar glücklichen „Zufälle“, die unser Leben verändern. Was aber, wenn dieses Glück nicht unbedingt Zufall ist, sondern wir ihm durch unser Verhalten auf die Sprünge helfen können. Dr. Christian Busch hat darüber ein Buch geschrieben, „The Serendipity Mindset“. Serendipität, wie es auf Deutsch heißt, bedeutet, dass man zufällig etwas beobachtet, nachdem man eigentlich nicht gesucht hat. Und das stellt sich dann als eine überraschende neue Entdeckung heraus.

Jeder kennt das, den Zufall, wenn uns gerade der richtige Mensch begegnet, die zündende Idee für ein Projekt kommt oder wir die richtigen Zahlen für das Lottospiel aussuchen. Es geht hier aber eher um das Muster erkennen, also dass man, wenn etwas Unerwartetes passiert, die richtigen Schlüsse zieht, dranbleibt und handelt. Es ist also nicht ein Glück, das einem einfach passiert, sondern man handelt proaktiv.


Beispiel: Ich lebte in Italien ein sehr ausgewogenes Luxusleben, hatte aber in mir den Gedanken, dass ich gerne etwas beruflich Neues und Spannendes anfangen wollte. Ein paar Wochen später bekam ich ein Jobangebot in Deutschland. Nur mit einer Woche Überlegung und ohne die Risiken und Vorteile richtig einzuschätzen, sagte ich zu. Das hieß aber für mich auch mit meinem Luxusleben Schluss zu machen und mich herausfordernden Aufgaben zu stellen. Ich habe es nie bereut.

Aber wenn man genauer hinsieht: Habe ich nicht durch meine kontinuierliche gute Arbeit den Grundstein gelegt, damit genau das passieren konnte? War es also nicht blindes Glück, sondern kluges Glück?

Ich finde, dass das Erforschen von Medikamenten, wie beispielsweise Penicillin, ein sehr anschauliches Beispiel aus dem Buch sind. Alexander Fleming hat Staphylokokken untersucht und eines Morgens festgestellt, dass eine der Petrischalen ohne Abdeckung auf dem Fensterbrett lag. Dabei hatte sich Schimmel gebildet. Und um den Schimmel waren die Staphylokokken verschwunden. Dieser „Schimmel” war Penicillium chrysogenum und aus dieser Entdeckung entstand die gesamte Antibiotika-Forschung. Eine unabsichtliche Kontamination führte zu einer bahnbrechenden Entdeckung. Aber das Kritischste hier ist die Reaktion von Alexander Fleming. Er hätte die zufällig kontaminierte Petrischale auch einfach wegwerfen können. Stattdessen war er neugierig und blieb hartnäckig dran. Er hat die zufällige Entdeckung mit etwas Relevantem verknüpft. Obwohl er eigentlich gar nicht danach gesucht hatte, fand er eine Lösung zu einem großen Problem. Es war also nicht nur blindes Glück, dass Penicillin entdeckt wurde, sondern es war auch jemand da der aus einem Trigger Schlüsse zog.


Serendipity hat etwas mit Offenheit des Mindsets zu tun, mit Geduld und abwarten, was da kommt. Planung ist da meistens ausgeschlossen. Man muss die Muster erkennen, die das Leben einem bietet, um dann mit Mut zuzugreifen. Zufall heißt für uns oft Willkürlichkeit und ist eher negativ besetzt. Doch wenn wir „glückliche Zufälle“ als solche zu erkennen vermögen, dann eröffnen sich uns neue Welten. Den Zufall mit offenen Armen willkommen zu heißen, hilft dabei, die Welt von morgen neu und besser zu gestalten.

Das Spannende: Wir können aktiv an unserem Serendipity Mindset arbeiten. Also unserer Fähigkeit das Unerwartete wahrzunehmen und zu erkennen (den Trigger) und dann die Punkte zu verbinden – es mit etwas Relevantem zu verknüpfen – und dadurch auf etwas Neues zu stoßen (wie die Lösung zu einem Problem, nach der wir aber ursprünglich gar nicht gesucht haben). Um solche „glücklichen Zufälle“ auch in unserem Leben erkennen und für das Gute nutzen zu können, hilft uns ein Serendipity-Mindset: die Achtsamkeit für zufällige Entdeckungen.




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