Intuition - der direkte Weg zum Richtigen und Falschen

Intuition: eine mystische Eingebung, ein sechster Sinn oder gar die Stimme Gottes? Weit gefehlt! Psychologen sehen in der Intuition eine unbewusste Form der Informationsverarbeitung. Aber ist das richtig?

Um Innovationen zu fördern in For-Profit und Non-Profit Organisationen, ist Mitarbeiter*innen zu haben, die die geeigneten Talente und Fähigkeiten haben. Und die auch widerstandsfähig genug sind, den großen Blick in unserer VUCA-Welt zu wahren und sich nicht in Kleinigkeiten und Nebenschauplätzen zu verlieren. Außerdem müssen sie offen und neugierig sein für Veränderungen und sich nicht in umständlichen administrativen Prozessen und Aufgaben ersticken lassen. Innovationen können nicht immer radikal sein, manchmal kommen sie auch ganz leise daher, deshalb brauchen wir Menschen, Führungskräfte in allen Bereichen (Politik, Wirtschaft und Gesellschaft), die das erkennen.


Aber erst mal braucht man die richtigen Institutionen, die innovatives Denken lehren. Schulen und Universitäten müssen selbst lernen, was das richtige, komplexe Denken bei den Studenten bewirkt und diese befähigen zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein zu unterscheiden, die die Grundlage der Intuition bilden, zu unterscheiden.


Gert Gigerenzer vom Max-Planck Institut vertritt die Position, dass intuitive Entscheidungen auf so genannten Heuristiken basieren, welche auch das Geheimnis des Erfolgs von Intuition ausmachen. Heuristiken sind gewissermaßen Faustregeln. Sie gründen nur auf wenigen Informationen und klammern einen großen Teil der vorhandenen Informationen aus, um zu besseren Urteilen zu kommen. Laut Gigerenzer haben diese oft die Struktur, dass man sich nur auf die zuverlässigste Information stützt und alles andere ignoriert. Die Heuristiken die der Intuition zugrunde liegenden Prozesse der Informationsbearbeitung beschreiben, ist allerdings empirisch nicht zweifelsfrei belegt.


Schnelles Denken, langsames Denken – bewusstes Denken

Ein anderes und teilweise pessimistischeres Bild der Intuition zeichnet der Wirtschaftsnobelpreisträger Daniel Kahneman. Er unterscheidet in seinem Besteller „Schnelles Denken, langsames Denken“ zwei Systeme des Verstandes, die er wie zwei Akteure in seinem Buch auftreten lässt. Der erste Akteur – das unbewusste System – arbeitet automatisch, schnell und ohne willentliche Steuerung. Es kommt etwa zum Zuge, wenn man die Feindseligkeit aus einer Stimme heraushört oder auf einen Blick sieht, was der andere für eine Absicht hat. Der zweite Akteur – das bewusste System unseres Verstandes – ist hingegen mehr der akribische Typ. Es stellt komplizierte Berechnungen an und kann eine wohlüberlegte Wahl zwischen verschiedenen Optionen treffen, etwa wenn man zwei Waschmaschinen auf das bessere Preis-​Leistungs-​Verhältnis hin vergleicht. Der Preis ist allerdings: Die Tätigkeiten des bewussten Systems erfordern Aufmerksamkeit, Zeit und Ruhe. Das sorgfältige Kalkulieren und Abwägen kostet Zeit und das Gedächtnis kann nur eine begrenzte Menge von Informationen gleichzeitig bewusst verarbeiten.


Intuition beruht auf viel Wissen und bewusster Erfahrungen dieses Wissen zu verarbeiten. In der Entscheidungssituation selbst denkt man dann nicht mehr viel nach. Die Position, dass Intuition auf unbewussten Prozessen der Informationsverarbeitung basiert, die es Menschen erlauben, eine Vielzahl von Informationen und Erfahrungen gleichzeitig zu berücksichtigen, wird inzwischen von vielen Intuitionsforschern geteilt.


Wir brauchen die Intuition in einer VUCA-Welt mehr denn je. Je bewusster ich mit mir und meiner Umwelt sowie den Informationen, die ich täglich zulasse, umgehe, desto mehr kann ich meiner Intuition vertrauen.


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