Sich selbst gut zureden


Kennen Sie das, es gelingt etwas nicht so gut und schon kommt der Gedanke, wie blöd, kann ich nicht besser aufpassen? Oder der bekannte Blick in den Spiegel, der Gedanken auslöst, wie siehe ich denn wieder aus? Eine komische Bemerkung von anderen und schon kommt ein Selbstzweifel. Leider wurden viele als Kinder oft lieblos behandelt ihnen wurde gesagt, dass sie nicht schön sind, nicht gut genug und Fehler machen. Diese Sätze haben sich tief in die Gefühle eingeprägt und heute denken sie selbst lieblos über sich.

Es gibt natürlich auch die anderen, die dauernd Anerkennung brauchen und sich selbst überheblich schön und perfekt darstellen. Nein ein Fehler, das kann mir nicht passieren. Es gibt diejenigen, die sich immer wieder einreden, ich bin der/die Größte, der/die Schönste und der/die Beste.

Wir können eigentlich ganz beruhigt sein: wir sind uns alle in vielem sehr ähnlich: in manchen Dingen sind wir richtig gut, in anderen fällt uns etwas schwer, wir können alle charmant sein und manchmal auch unausstehlich. Würden wir uns eingestehen, dass wir teilweise super sind, zeitweise nicht alles so toll schaffen, dann wäre vieles im Zusammenleben deutlich leichter.

Was ist eigentlich so schlimm daran, wenn wir uns das eingestehen? Wenn ich etwas gut geschafft habe, kann ich mir selbst sagen: super gut gelaufen und wenn etwas nicht gelingt, kann ich sagen: wie jedem anderen, gelingt auch mir nicht alles, ich bin trotzdem gut genug. Mit dieser einfachen Methode wird das eigene Leben deutlich leichter und die Beziehungen zu anderen entspannen sich. Es bedarf allerdings einige Übungen, bis wir lernen uns selbst gut zuzureden und damit auch gütiger mit anderen zu sein.

Dr. Gertrud Müller

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