Sitzen ist das neue Rauchen!


In Zeiten des Corona-Homeoffice bewegen sich viele noch weniger. Die Strecke zur Arbeit, aber auch die kurzen Wege zum Kollegen ins Nachbarzimmer oder in die Teeküche fallen weg. Viele arbeiten darüber hinaus am Küchentisch und sitzen auf ungeeigneten Stühlen ständig nach vorne gebeugt,, das kann zu Rückenschmerzen führen. 57,2 Prozent der Männer und 50,2 Prozent der Frauen gehören zu den „Dauersitzern“. Und das ist so schädlich wie Rauchen.


Doch warum ist langes Sitzen gefährlich? Da ist der niedrige Kalorienverbrauch. Wir bewegen uns nicht. Der Stoffwechsel und das Herz- Kreislaufsystem laufen auf Sparflamme, damit steigt das Risiko für Herz-Kreislauf- und Stoffwechsel-Erkrankungen wie Bluthochdruck und Diabetes. Zudem belastet Sitzen auch Beinvenen, die Muskeln und die Haltung. Zu diesem Schluss kommt etwa der US-Forscher James Levine, der unter dem schmissigen Slogan „Sitzen ist das neue Rauchen“ die schädlichen Auswirkungen des Dauersitzens mit jahrelangem Zigarettenkonsum gleichsetzt.


Dauerhaftes Sitzen macht vor allem Rückenschmerzen, aber auch müde und schränkt die Konzentration und Kreativität ein. Eine spanische Studie lege einen kritischen Wert von viereinhalb Stunden als maximale Sitzzeit fest. Diese Grenzziehung ist wissenschaftlich aber umstritten. Wir empfehlen, alle 45 Minuten aufzustehen, sich zu strecken, ein paar Minuten zu gehen oder „bewegt“ zu sitzen. Kleine Bewegungen mit den Beinen oder der Hüfte, ein Strecken der Arme oder Drehen des Kopfes können bereits zur Mobilisation der Wirbelsäule beitragen.


Wer häufig mit übereinandergeschlagenen Beinen sitzt, riskiert eine gestörte Durchblutung und damit Venenerkrankungen wie Krampfadern. Ein entspannter Sitz mit beiden Beinen am Boden wirkt dem entgegen. Tätigkeiten wie Telefonieren könnten im Stehen oder Gehen ausgeführt werden.

Bewegung sollte unbedingt in den Alltag integriert sein. 60 Minuten am Tag, am besten an der frischen Luft. Das muss nicht der Besuch im Fitnessstudio sein. Man kann Joggen, das Rad nehmen, statt das Auto, die Treppen statt den Fahrstuhl, eine Station früher aus dem Bus steigen und den restlichen Weg laufen. Meetings mal im Freien veranstalten bei einem Spaziergang, Verabredungen mit Kollegen zum Spaziergang in der Mittagspause, gönnen Sie sich bewegte Pausen oder ein Schrittzähler im Handy könnten dazu beitragen, die guten Vorsätze einzuhalten. Auf jeden Fall immer gerade sitzen, die Füße auf dem Boden und die Arme in einem 90 Grad Winkel halten und ergonomische Stühle für das Homeoffice kaufen. Es lohnt sich! Der Rücken dankt es Ihnen!

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